Sterbefasten- Informationen zu FVNF 
            Sterbefasten- Informationen zu FVNF 
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Palliative Care Kongress 2025: Informationen über Sterbefasten

Stimmungsbild vom Info-Stand in Biel: Von links Martin Glauser, Vizepräsident palliacura, Dr. Mirjam Mezger, ZHAW, Peter Kaufman, Präsident palliacura

Das Sterbefasten ist in der Schweizer Palliativpflege ein wichtiges Thema und wird sehr pragmatisch gesehen. Mit einem Info-Stand und einem neu gestalteten Flyer gab die Stiftung palliacura Ende November 2025 am Nationalen Palliative Care Kongress in Biel Auskunft zur Frage: «Wo finde ich Informationen zum Sterbefasten?»

Der Zustrom der Besuchenden am Info-Stand Sterbefasten war sehr unterschiedlich. Während der Referate und Seminare war meist eine längere Pause feststellbar. Pflegende aus anderen Sprachregionen waren meist enttäuscht, weil unser Flyer nur in Deutsch auflag. Insgesamt wurden an den zwei Kongresstagen, die mit über 850 Teilnehmenden ausgebucht waren, rund 600 Flyer zum Thema «Wo finde ich Informationen zum Sterbefasten?» verteilt.

Oft fundierte Gespräche

Es ergaben sich öfters fundierte Gespräche. Der Begriff Sterbefasten hat sich in der Schweiz eingebürgert und ist gut bekannt, sogar in der Romandie. Wer sich beruflich intensiver mit diesem Thema auseinandergesetzt hat, kennt in der Regel auch die Website sterbefasten.org sowie die veröffentlichten Ergebnisse der ZHAW-Arbeitsgruppe von Prof. André Fringer. Deren neuer Webkurs «Sterbefasten», der seit März 2026 online ist, fand guten Anklang. Pflegende aus verschiedenen Altersheimen und Hospizen berichteten, dass sie sich in Arbeitsgruppen mit dem Sterbefasten auseinandergesetzt hätten und Konzepte erarbeitet wurden oder in Arbeit sind. Grundsätzlich wird das Sterbefasten nicht als Suizid betrachtet, sondern als eine legitime Möglichkeit, selbstbestimmt das Sterben zu verkürzen und das Leben abzuschliessen.

Gelegentlich skeptische Haltung

Wer das Sterbefasten grundsätzlich skeptisch beurteilt, wies meist auf die Möglichkeit hin, dass sich wie bei jedem längeren Sterbeprozess möglicherweise ein Delir ergeben könnte. Tagsüber sei dies für die Institutionen handelbar, da der Heimarzt vorbeikommen und mit einer kurzzeitigen medikamentösen Behandlung die Delir-Symptome kontrollieren kann. Ausserhalb der ärztlichen Praxiszeiten müsse jedoch ein Notarzt gerufen werden, der die Patientin, den Patienten nicht kennt und daher eine Spitaleinweisung verfüge. Dort werde in der Regel sofort eine Infusion gesetzt oder Flüssigkeit zugesetzt, um der Dehydrierung entgegenzuwirken und erst etwas später allenfalls Medikamente gegen das Delir verabreicht. Das Sterbefasten sei damit unterbrochen, der Aufwand (oder auch die Aufregung) für die Sterbenden, aber oft ebenso für die Pflegenden vor- und nachher belastend.

Korrekte Antworten gefunden

In der Folge diskutierte eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern, die seit vielen Jahren zum Thema Sterbefasten forschen, die Einwände aus der Praxis. Nach einem intensiven Mailverkehr wurden zu sechs neuen Fragen korrekte Antworten zu den Themen Delirium und Sedierung formuliert. Einig waren sich alle Experten, dass – anders als beispielsweise beim Alkoholismus – bei Sterbenden eher Verwirrtheiten, denn heftige Delire entstehen. Das selten auftretende Delir und die oft damit verbundene Sedierung muss aber ethisch sehr ernst genommen werden. Die neuen Fragen und Antworten sind bereits auf dieser Website unter den FAQ gegen den Schluss der Rubrik Pflege veröffentlicht.

PETER KAUFMANN

Redigierter und aktualisierter Artikel aus EXIT-Info2.2026